Pyramidenbaustein "Dreischeibenfenster" mit den Zielvorgaben für den Wärmeschutz
Darstellung der sechs Stufen der Energiespar-Pyramide
Eine Fotovoltaikanlage ist als Pyramidenspitze gleichsam das "Sahnehäubchen" eines Energiesparhauses

Ein Konzept statt tausend Tipps.

Fragen und Antworten zur Energiespar-Pyramide.

 

Was ist die Energiespar-Pyramide?

Die Energiespar-Pyramide ist ein Gesamtkonzept für die energetische Gebäudesanierung, das sich auf jedes Ein- und Zweifamilienhaus anwenden lässt. Es zeigt Hauseigentümern in allgemein verständlicher Form, wie sie hohe Strom- und Heizkosten senken können.

Das Konzept der Energiespar-Pyramide bringt Ordnung in die Flut von Informationen und Energiespartipps, auf die man bei der Informationssuche zum Thema Energiesparen stößt. Die Fülle an Möglichkeiten zum Energiesparen ist in elf Pyramidenbausteinen zusammengefasst. Jeder Baustein besteht aus einer konkreten Handlungsempfehlung wie etwa dem Einbau neuer Dreischeibenfenster mit einem bestimmten U-Wert.

Die Anordnung der Bausteine in der Pyramide zeigt die optimale Reihenfolge von Sanierungsmaßnahmen: zuerst die Fundamentbausteine, zuletzt die Pyramidenspitze. Für die Praxis heißt das: Zuerst die Wärmeverluste eindämmen, dann energiesparende Haustechnik einbauen, im dritten Schritt Strom sparen und zuletzt - gleichsam als Krönung - Strom selbst erzeugen.

Welchen Nutzen hat die Energiespar-Pyramide für Hauseigentümer und Hauskäufer, die eine Sanierung planen?

"Wärmedämmung im Altbau verursacht Schimmelpilz". "Nachträgliche Wärmedämmung schützt vor Schimmelpilz". Auf solch widersprüchliche Schlagzeilen kann man stoßen, wenn man sich in Zeitschriften, Büchern und im Internet zum Thema Energiesparen informiert. Der Grund für widersprüchliche Informationen ist manchmal verstecktes Marketing für Produkte oder Branchen. Manchmal liegt es auch an geringen Fachkenntnissen der Verfasser oder dem journalistischen Bestreben, Geschichten durch fabulierendes Zuspitzen interessanter zu machen.

Ein anderes Problem in der Informationsflut zum Thema Energiesparen sind die vollmundigen Versprechungen, mit denen Herstellerfirmen den Energiespareffekt ihrer Produkte anpreisen. Die als Werbeargument beliebten "bis zu 30 Prozent Heizenergieeinsparung" erzielen ein neuer Heizkessel, eine nachträgliche Dachdämmung oder eine thermische Solaranlage aber nur höchst selten. In der Regel ist der Spareffekt einer Einzelmaßnahme bei der energetischen Gebäudesanierung viel geringer.

Selbst die herstellerunabhängigen und fundierten Informationen von öffentlichen Energieagenturen und Verbraucherorganisationen haben eine Schwäche: Zum Thema Energiesparen zu Hause liefern sie Unmengen an Fachinformationen und geben unzählige Tipps. Hauseigentümer und Hauskäufer aber sind Laien, denen es schwerfällt, diese Informationen in ihre Sanierungspläne richtig einzuordnen. Was fehlt, ist ein schnell erfassbares und schlüssiges Gesamtkonzept für energetische Sanierungen. Diese Lücke füllt die Energiespar-Pyramide, weil sie einen Gesamtüberblick zu allen wichtigen Energiesparmaßnahmen liefert und klare Prioritäten benennt.

Kann das Konzept der Energiespar-Pyramide eine individuelle Sanierungsplanung ersetzen?

Nein. Wer als Hauseigentümer oder Hauskäufer eine energetische Sanierung plant, sollte einen erfahrenen und unabhängigen Energieexperten zurate ziehen. Das wird auch vom Staat unterstützt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) spendiert einen etwa 50-prozentigen Zuschuss zu den Kosten einer sogenannten Vor-Ort-Beratung, dessen wichtigstes Ergebnis der energetische Sanierungsplan für die Immobilie ist.

Die individuelle Sanierungsplanung ist deshalb sinnvoll, weil jedes ältere Gebäude bauliche Besonderheiten hat. Nur ein Fachmann kann feststellen, welche Sanierungsmaßnahmen hier am meisten sparen. Das ist besonders wichtig, wenn ein Altbau schrittweise energetisch saniert werden soll. Auch die bautechnische Ausführung zum Beispiel einer Dachdämmung weiß nur der Fachmann.

Ist die Energiespar-Pyramide dann nicht überflüssig? Die Antwort ist abermals nein. Sanierungswillige Hauseigentümer und Hauskäufer können sich im Anfangsstadium ihrer Pläne an der Energiespar-Pyramide orientieren, weil sie systematisch alle Bestandteile eines Energiesparhauses aufzeigt. Die Pyramide ist anschließend ein nützlicher Rahmenplan für die Detailplanung, besonders wenn aus einem Energiefresserhaus in mehreren Etappen ein Energiesparhaus werden soll.

Ist Sanieren nach den anspruchsvollen Zielvorgaben der Energiespar-Pyramide nicht unrentabel?

Zunächst eine Gegenfrage: Was mögen der Liter Heizöl, der Kubikmeter Erdgas und die Kilowattstunde Strom wohl in zehn Jahren kosten? Einen Anhaltspunkt für eine Langzeitprognose bieten die Preissteigerungen des letzten Jahrzehnts. Von 2000 bis 2010 haben sich die Preise für Heizöl und Erdgas verdoppelt. Im selben Zeitraum stieg der Strompreis um rund 60 Prozent.

In diesem Jahrzehnt wird der Energiebedarf weltweit weiter steigen, während die verfügbaren fossilen Energiereserven - besonders Erdöl - knapper werden. Das wird die Energiepreise weiter nach oben treiben. Wie schnell diese Entwicklung verlaufen wird, weiß heute niemand. Aber dass sich die Verteuerung langfristig fortsetzen wird, prognostizieren selbst die großen Ölkonzerne.

Wer als Hauseigentümer energetisch sanieren will und dabei hauptsächlich die Energiekostenersparnisse im Blick hat, sollte in diesem Jahrzehnt mindestens mit den Teuerungsraten des vergangenen Jahrzehnts rechnen. Unter dieser Annahme amortisieren sich auch aufwendige Sanierungsmaßnahmen nach 10 bis 20 Jahren durch die eingesparten Energiekosten und durch staatliche Fördergelder. Sollten die Energiepreise in diesem Jahrzehnt schneller steigen als im vergangenen, verkürzen sich sogar die Amortisationszeiten.

Den eingefleischten Ökonomen unter den Hausbesitzern seien noch zwei Hinweise erlaubt: Bei einem Energiespar-Investment ins Eigenheim gibt's eine bessere Wohnqualität kostenlos dazu, weil in gut gedämmten Häusern das Raumklima spürbar behaglicher ist. Und außerdem hat ein Energiesparhaus einen höheren Vermögenswert als ein Energiefresserhaus.